Ein langes Interview mit dem Kapitän

Für „Przeglad Sportowy” hat Jakub Blaszczykowski ein langes Interview gegeben, in diesem &…

Für „Przeglad Sportowy” hat Jakub Blaszczykowski ein langes Interview gegeben, in diesem äussert sich Kuba zu wichtigen Themen rund um die EM2012, aber auch andere Themen wurden kurz angesprochen.

Das Spiel gegen Griechenland, wird das schon ein kleines Finale für die Nationalmannschaft?

Kuba: Was für kleines Finale? In den letzten wichtigen Turnieren haben wir das erste Spiel immer verloren, das hat uns für die nächsten Spiele immer in eine schwierige Situation gebracht. Es wäre schön, wenn wir das jetzt vermeiden.


Füllen Sie sich als Kapitän verantwortlich für die anderen Nationalspieler?

Kuba: Jeder von uns ist für die Nationalmannschaft verantwortlich. Auch wenn es Probleme gibt, wir sind Erwachsen, wir müssen die Probleme untereinander klären können. Ich weiss noch, als Eugen Polanski in die Mannschaft kommen sollte. Diese Tatsache war für uns etwas Problematisch, das muss ich zugeben.


Weil er gesagt hat, dass er sich mehr wie ein Deutscher als ein Pole fühlt? Und falls es zu einer direkten Konfrontation kommen sollte, er eher für Deutschland die Daumen drücken würde?

Kuba: In der Mannschaft hatte jeder damit ein Problem. Ich wusste, dass es in meiner Verantwortung liegt diese Tatsache zu klären. Im ersten Trainingslager in Legnica, kurz vor dem Spiel gegen Georgien, habe ich mit Ihm darüber gesprochen. Ich habe Ihm mitgeteilt was die Mannschaft denkt.

Was hat er dazu gesagt?

Kuba: Er hat mir erklärt, dass es in den Interviews viele missverständnisse gab. Ich sagte Ihm, dass falls das stimmen sollte, er keine Probleme in der Nationalmannschaft haben wird. Ich habe der Mannschaft alles erklärt und sie haben die Erklärung angenommen. Ich habe Eugen aber direkt gesagt, dass es etwas zeit braucht, bis wir das ganze vergessen haben. Jeder, der die Interviews gelesen hat, hat sich eigene Meinung drüber gebildet, und eine kleine Narbe ist bestimmt noch da. Für mich waren nur seine Worte wichtig. Heute ist Eugen ein vollwertiges Mitglied unserer Mannschaft.


Wer war deiner Meinung nach bisher der Beste Kapitän der Polnischen Nationalmannschaft?

Kuba: Michal Zewlakow war eine sehr positive Rolle gespielt. Obwohl er damals noch kein Kapitän war (diese Funktion hatten Maciek Zurawski oder Jacek Bak), hat Michal sich am besten um neue Spieler gekümmert, es war genial wie er die Neulinge in die Mannschaft geführt hat. Er ist ein toller Mensch und hat eine enorme Überzeugingskraft.

Davor waren Sie noch nie Kapitän, das erste mal erst in der Nationalmannschaft. Haben Sie nicht das gefühl gehabt, dass es zu viel für Sie wird?

Kuba: Meistens kam ich in Mannschaften, die schon einen Kapitän hatten. Ich hatte nie den Druck gespürt diese zu ersetzen. Ich würde die Funktion des Kapitäns auch nicht überbewerten. Man muss kein Kapitän sein, um den anderen Spielern etwas mitzuteilen. Ich bin nicht „Alfa und Omega” ich muss nicht alles wissen.

Füllt sich die Nationalhymne als Kapitän anders an, als sonst?

Kuba: Erinnerungen kommen hoch. Als ich sieben Jahre alt war, habe ich mit meinem älterem Bruder oft vor dem Haus gespielt. Wir haben versucht alles so realistisch wie möglich zu gestallten. Mit ernsten Gesichtern sind wir um die Ecke gekommen, wir haben uns vorgestellt, dass wir auf das Spielfeld kommen und tausende von Fans gucken uns zu. Danach haben wir uns hingestellt und haben die Nationalhymne gesungen. Der Sieger hat immer ein Pokal bekommen.

Was für ein Pokal? 

Kuba: Wir haben uns einen von meinem Onkel (Jerzy Brzeczek) geliehen, er hatte immer eins zu Hause stehen gehabt. Wir wollten wissen wie es ist zu gewinnen… ein pokal zu bekommen. Das waren Kinderspiele, haben uns aber immer viel freude bereitet. Genau so war das mit der Nationalhymne. Selbst jetzt, obowhl ich schon 26 bin, ist es immer ein besonderes Moment diese hören zu dürfen. Egal ob es ein wichtiges Spiel ist, oder nicht. Das ist die Nationalmannschaft! Jedes Spiel für diese ist die erfüllung aller Träume von dem kleinen Kuba aus Truskolasy.

Woher kommt diese Ausdauer?

Kuba: Menschen aus kleinen Dorfen müssen einfach mehr geben, als die aus der Stadt. Den Menschen aus grossen Städten fehlt der starke Wille. Ich konnte auch nie nachlassen, sonst würde Ich mich jetzt nicht auf die EM vorbereiten. Aus Truskolasy bin ich täglich nach Czestochowa fahren um Trainieren zu können. Es musste wirklich was schlimmes passieren, damit ich ein Training auslasse, und die Städtischen haben immer Ausreden gesucht um nicht zum Training zu kommen. Sie haben nicht anerkannt wie viel Komfort sie haben. Mit Dawid sind wir um 14:50 von der Schule nach Hause gekommen und 10 Minuten später  hatten wir schon den Bus nach Czestochowa. Zu hause hat immer auf uns unsere Oma gewartet und hat uns Pommes eingepackt, damit wir wenigstens unterwegs was essen können.

Wie haben Sie sich eigentlich mit Michael Owen befreundet?

Kuba: Das war schon immer mein Idol. Als Kind habe ich versucht Zahlen zu verschiedenen Lieblingsspielern zuzuordnen, etwas gemeinsames zu finden. Ich glaube es ist nichts komisches dabei. Jeder junge Fussballer macht sowas. Wir sind an einem Tag geboren, am 14 Dezember, obwohl in einem anderem Jahr. (Michael Owen ist sechs Jahre älter.) Ich habe daran geglaubt, dass es ein Zeichen ist, dass es kein Zufall sein kann. Ich habe mich gefreut, als er nach Polen kam. Die Engländer haben damals in Warschau gespiel, ich bin mit Dawid hingefahren, die Tickets hat uns mein Onkel Jerzy besorgt. Owen hat sich direkt neben uns aufgewärmt, war eine Armlänge vor uns. Ich kletterte hoch auf den Zaun und habe „Michael” gerufen. Er hat mir zugewinkt, zumindest glaube ich das. Aber es ist unwichtig, damals war ich fest davon überzeugt, dass er mich gesehen hat, und wir sind für immer Freunde.

Alles ist noch vor euch.

Kuba: Die Welt ist klein, vielleicht treffen wir uns noch. Dann werde ich Ihm zuwinken.


Schon seit jüngsten Jahren waren sie nah am grossem Fussball. Ihr Onkel hat dich zu Nationalmannschaftstreffen mitgenommen, dich in diese Welt eingetaucht, davon erzählt.

Kuba: Zwei oder drei Mal war ich bei so einem Treffen dabei. Die Tatsache, dass ich beobachten durfte wie Jurek sich in der Grupe verhällt, mit der Atmosphäre zu leben, das hat meine Phantasie geprägt. Man lebt sich in das ganze ein, und das führt dazu, dass man noch stärker sein Ziel erreichen will.


Nicht jeder hat einen Onkel, der in der Nationalmannschaft spielt.

Kuba: Die Tatsache, dass Jurek bei mir ist ist ein unglaubliches Glück für mich. Er hat mich mental auf die grosse Fussballwelt vorbereitet und ich hatte keine Probleme damit mich in der Umziehkabine von Wisla Krakau zu finden, nachdem ich von der vierten Liga gekommen bin. Er hat dafür gesorgt, dass ich nicht abhebe und immer fest auf dem Boden stehe. In heutigen Zeiten gelingt das nicht jedem jungen Fussballer. Viele von denen denken, dass wenn sie drei gute Spiele absoliveren, schon alles können. Wenn jemand nur den Traum hat in der 1. Polnischen Bundesliga zu Spielen, welche wie jeder weiss nicht besonders stark ist, wird vielleicht in der dritten Liga landen.


Gibt es ein Rezept dafür, um aus der Polnischen Liga rauszukommen?

Kuba: Ich denke das liegt am Charakter. Entweder du hast es, oder du bist mit kleinigkeiten zufrieden. Wenn du denkst, dass die Welt dir zu füssen liegt, weil du ein gutes Spiel gemacht hast und kannst alles machen. Das ist blödsinn. Jeder von uns hat Arbeit, die er gut machen will. Fussbal ist sehr populär, die Fussballer werden deswegen überbewertet. Ehrlich gesagt unterscheidet sich unser Beruf nicht von dem Beruf des Bergmanns, Reporter oder des Kochs. Jeder muss genau so schwer arbeiten.


Es gibt aber viele Fussballer die denken, dass sie besonders sind, nur weil sie den Ball gerade aus kicken können, bzw. mal ein Tor schiessen.

Kuba: Klar, es gibt auch solche die denken, dass nur weil sie Fussballer sind, alles machen können. Respektieren Menschen nicht mehr. Entweder kennst du die wichtigen Werte oder du kennst diese nicht und bist anfällig auf Berühmheit und veränderst sich. Tuen so, als wären sie andere Menschen als sie sind. Aber das ist die Minderheit.

Sie gehen aktiv gegen den Vorurteil gegenüber den Fussbaler – Bildhübschen Mann mit gegelten Haaren, in einem Luxus-Auto, den es nur Interessiert was er anziehen soll um gut auszusehen.

Kuba: In Polen sind die Meinungen über die Fussbaler streng und nicht objektiv. Alle in einen Sack zu werfen ist nicht fair. Ich wünschte mir, dass man genaur hingucken würde. So wie bei vielen Künstlern, man unterteilt diese in die, die etwas erreicht haben und die ohne Ambitionen. Warum kann es so auch nicht beim Fussball sein? Ich weiss wie viel Gesundheit ich auf dem Spielfeld liegen lasse, auf wie viel ich verzichten muss. Ich lasse nicht zu, dass jemand mir meine Erfolge vermindert. Wenn ich höre, dass die Polnischen Nationalspieler nur ein Karusel anschieben können, dann werde ich sehr sauer. Es ist nciht so, wir werden das bei der EM beweisen.

Finden Sie, dass unsere Spieler unfair behandelt werden?

Kuba: Ich will nicht Böse sein, aber in Deutschland höre ich von keinem polnischem Sänger oder Schauspieler, aber von den Polnischen Borussen sprechen sehr viele. Zum zweiten mal in Folge sind wir Deutscher Meister. Wir geben ein tolles Beispiel, dass ein Pole auch was kann. Wir verdienen etwas Respekt. Ich erwarte nur Respekt. Es spielen unglaublich viele Menschen Fussball, dies sollte zeigen wie schwer es ist hier etwas zu erreichen. Dafür was wir mit Lukas Piszczek und Robert Lewandowski in einer der Stärksten Ligen der Welt erreicht haben, verdienen wir etwas Anerkennung. Das ist so, als wenn ein Polnischer Sänger in die Top-Listen der USA kommen würde.

Angeblich hassen Sie es zu verlieren?

Kuba: Selbst Kniffel spiele ich um zu gewinnen, und nicht um dabei zu sein. In jeder Niederlage suche ich eine möglichkeit mich zu Revanchieren. Obwohl eine Niederlage hart kommt, kann ich diese Akzeptieren wenn ich an diesem Tag nich so stark war. Ich kann es aber nicht akzeptieren, wenn ich das nächste Spiel mit einem hängendem Kopf antrete. In meinem Leben gibt es stets eine Rivalität. Es kann vielleicht jemandem komisch vorkommen, aber ich mache das schon seit einigen Jahren und es macht mir weiterhin Spass. Ich mag es der beste zu sein. Mein Leben lang versuche ich dieses. Schon als Spieler der KS Czestochowa in der vierten Liga habe ich eine Einladung für ein Test-Training bei GKS Belchatow bekommen. Ein tag davor haben wir in der Schule Sit-Ups gemacht, wer die meisten schafft.

Sie konnten natürlich nicht verlieren

Kuba: Selbstverständlich. Ich muss ehrlich zugeben, dass es einige Sit-Ups waren. Am nächsten Tag konnte ich nicht gerade Stehen. Ich habe zwei Schmerztabletten genommen und am Spiel in Belchatow teilgenommen. Ich bin etwas krum gelaufen, aber es war ok, ich habe zwei Tore geschossen und eine Vorlage geleistet. Der Trainer Kuras hat gesagt, dass er mich zu einem Trainingscamp mitnehmen will, und erst dann entscheidet er sich ob er mich haben will. Ich habe leider nicht zugesagt… für mich war es aber sehr gut, paar Monate später habe ich ein Vertrag bei Wisla Krakau unterschrieben.


Haben Sie schon mal gedacht, wie es ohne Fussbal wäre?

Kuba: Ich wusste schon immer, dass ich dabei sein werde. Als 16 Jähriger, damals war ich Spieler der KS Czestochowa, konnte ich etwas dazu verdienen. Wir haben Steine auf dem Spielfeld gesammelt, für jede Stunde hat uns Herr Edward Flis 7 Zloty pro Stunde bezahlt. Ich bin mit Dawid nach Czestochowa gefahren, da waren auch andere Mitarbeiter der Firma. Es war Arbeit für einige Stunden. Wenn Herr Flis gekommen ist um uns zu bezahlen, haben sich andere beschwert, dass ich mich die meiste Zeit am Zaun erholt habe statt zu arbeiten. Herr Flis sagte dazu „Kuba muss nichts sammeln, er wird Fussball spielen!”


Gibt es eine Person in der Fussbalwelt, die Sie fasziniert?

Kuba: Zinedine Zidane. Das was er gezeigt hat war grossartig. Ich mag es Personen kennen zu lernen, die etwas im Leben erreicht haben, nicht unbedingt im Fussball. Sie haben Erfahrung und können das weitergeben. Gespräche mit ihnen inspirieren mich.


Gibt es Personen, welche Sie inspirieren?

Kuba: Es ist schön jemanden zu treffen, der mit dir Reden will und etwas positives reinbringt. Ob Ich jemanden inspiriere? Ich habe Menschen getroffen, die mir sagten, dass meine Geschichte ihnen einen positiven Kick gab, etwas Glaube um nicht aufzugeben. Sie Gratulierten mir, dass ich mich selbst gefunden habe und niemals aufgegeben habe. Vielleicht bin ich nicht objektiv, aber mein Leben zeigt, dass es wichtig ist in eigene Träume zu glauben. Auch wenn es gerade bergauf geht.

 

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