„In meinem Leben gab es schwierige Momente”

In einem Interview hat Kuba Błaszczykowski über viele bewegende und intime Themen gesprochen. Es lohnt sich zu lesen.

Małgorzata Domagalik: Als ich dich bezüglich der Titelseite anrief, sagtest du etwas Erstaunliches: „Wenn dich nicht stört, dass ein einfacher Mann aus Truskolasy auf der Titelseite der Zeitschrift „Pani“ ist, dann stimme ich dir völlig zu.” Bist du wirklich so bescheiden?

Kuba Błaszczykowski: Nein, aber ich zeigte mich nie gern  vor der Kamera. Ich möchte, dass die Menschen mich in Erinnerung halten vor allem wegen dessen, was ich auf dem Fußballplatz mache. Aber als ich einen solchen Vorschlag bekam, stimmte ich nach Überlegung zu. Auch deswegen, weil ich Vertrauen zur Chefredakteurin habe (lacht).

 

MD: Und obwohl wir uns schon ein bisschen kennen, zog ich in Erwägung, dass du „nein” sagen könntest.

KB: Die Vertrauenssache war entscheidend. Außerdem ist es toll, wenn jemand schon etwas über dich und das, was du tust, weiß. Wenn er ein Mensch- und Fußballkenner ist. Beispielsweise wie der Mann an der Pforte, der vor einer Weile sagte Płaszczykowski kam an (lacht).

 

MD: Vielleicht hast du ihn missverstanden?

KB:  Nein, aber ich nahm das mit einem Lächeln auf den Lippen. Manchmal lohnt es sich, über sich selbst zu lachen.

 

MD: Viele von uns schließen die Tür hinter sich. Vorbei ist vorbei. So kann man sich auf Distanz zu sich selbst und zu allem herum halten. Aber mit wachsender Erkenntnis wächst auch die Zahl der Probleme. Wir wollen einfach die Vergangenheit vergessen. Und du fährst nach Truskolasy, hin und zurück.

KB: Ich kann nicht anders.

 

MD: Wie würdest du Truskolasy beschreiben?

KB: Vor allem gibt es dort eine große Kirche. Man fährt auf den Hügel hinauf, das Zentrum ist unten und dann wieder bergauf.

 

MD: Fast wie San Francisco…

KB: Am wichtigsten ist für mich, dass ich mich gerade dort mit meiner Familie und den Freunden treffen kann, in unserem eigenen Kreis sitze und mich von psychischer Belastung erhole.

 

MD: Wenn ihr so sitzt, dann fragen deine Freunde, was es Neues bei dir gibt oder hörst du nur, was sie über sich sagen?

KB: Das Thema des Fußballs steht weit im Hintergrund. Vor allem sprechen wir miteinander und wir erinnern uns an die gute, alte Zeit. Ich mag eine solche Stimmung. Man nimmt das von zu Hause mit. Die Oma erzog uns auf diese Weise und ich will alles tun, damit meine Kinder das pflegen können, was am wichtigsten in der Familie ist – Bedürfnis nach Vertrautheit. Wenn wir in Truskolasy zusammentreffen, haben wir ein paar solche Tage nur für uns.

 

MD: Und wird dich die Welt nicht entführen?

KB:  Ich weiß nicht, weil „auf jeden Fall” und „ich verspreche” gefährliche Worte sind. Ich weiß nicht, was in einigen Jahren sein wird, aber es scheint mir heute, dass ich immer zu meinen Wurzeln zurückkehren werde. Obwohl ich seit 10 Jahren nicht mehr zu Hause war.

 

MD: Wenn du an dem Wegweiser „Truskolasy” vorbeifährst, denkst du, dass…

KB: …dass ich zu Hause bin.

 

MD: Wie soll man der Überheblichkeit entgehen? Die Frauen finden dich gut, die Kinder lieben dich, du hast fast eine Million Facebook-Fans, allerseits kommen Komplimente und Lächeln. Wenn ich also so großartig bin…

KB: Ich denke auf diese Weise überhaupt nicht. Ich weiß, wie viel Arbeit es mich kostete, dahin zu kommen, wo ich heute bin. Und sicherlich bin ich gerade hier an dieser Stelle auch dank der Tatsache, dass ich mich natürlich gebe.

 

MD: Wie viel Arbeit kostete es dich?

KB: Ziemlich viel, aber es kostet jede Person viel, die ihr Ziel hat. Jeder muss viel Willenskraft und Selbstverleugnung haben, um sich vor allem in den schweren Momenten nicht zu ergeben. Ich hatte in meinem Leben und im Abenteuer mit dem Fußball solche schwierigen Momente. Gerade dann zeigt sich der Charakter. Entweder ist der Erfolg zu Kopf gestiegen oder nicht. Man hat es schwer sich weit zu bringen, aber das Reiten auf der Erfolgswelle ist noch schwieriger. Ganz zu schweigen von der Konkurrenz der neuen Spieler, die wirklich riesig ist. Man muss die Tatsache einkalkulieren, dass Hunderttausende auf seinen Platz warten.

 

MD: Nur das kann jemandem den Kopf verdrehen…

KB: Na ja, aber wenn jemand glauben wird, dass er der Beste ist, dann wird er keine Fortschritte machen. Und das ist der Anfang vom Ende.

 

MD: Machst du Fortschritte?

KB: Immer, denke ich.

 

MD: Wenn du die Tür Euro 2012 Tickets ein für allemal hinter dir schließen wirst? Sei ehrlich.

KB:  Jeder, der mich kennt, weiß, was für ein Mensch ich bin und…

 

MD: …aber jeder kennt dich nicht.

KB: Schon ein paar Mal war ich der Kapitän der Nationalmannschaft und wenn ich ein schlechter Kapitän wäre, wäre ich es nicht mehr. Ich bin die Stimme der Mannschaft und ich muss sie schützen, deswegen müssen die Konsequenzen dessen, was ich mache und sage, gerechnet werden. Aber glaub mir, es wird der geeignete Moment kommen, um das, was während EURO 2012 passierte, zu erklären und worum es wirklich in dieser Affäre mit den Tickets ging. Allerdings solange du Fußball spielst…

 

MD: Musst du ein Kapitän-Diplomat sein?

KB: In gewissem Sinn ja. Aber damit ist die Sache mit EURO Tickets klar. Es ging nicht ums Geld oder freie Tickets aber solche Beschuldigungen fielen. Es ging aber um die Weise, auf die diese Sache erledigt wurde, um die Tatsache, dass uns etwas versprochen wurde und das jemandes Wort nicht gehalten wurde. Es ging auch darum, sich nicht für dumm verkaufen lassen. Und wenn ich etwas mit jemandem vereinbare, dann müssen wir keine Papiere unterschreiben. Das, worüber wir sprechen, ist genug. Ich gab mein Wort. Wenn jemand sein Wort nicht hält, dann werde ich nicht schweigen

 

MD: Das ist die Kehrseite der Medaille. M.I.K.I., ein bekannter deutscher Rapper schrieb ein sehr emotionales Musikstück über dich. Er rappt: „Denn du hast ein Herz, was unseren Fans hier wichtig ist, ein geldgeiler Sack wie eine Marionette – nein das bist du nicht, du hattest auch dein Angebot, könntest noch viel mehr bekomm, Jakub Blaszczykowski – bei dir hat dein Herz gewonn!” Du bist einfach der klasse Typ für die BVB Fans.

KB: Ich weiß nicht ob M.I.K.I bekannt ist, aber es ist wichtig, dass er dieses Lied schrieb.

 

 

MD: Alles in allem trafst du vor kurzem die Entscheidung, uns Fremden von den elfjährigen Kuba zu erzählen, der seine Mutter unter dramatischen Umständen verlor.

KB: Das war nicht leicht. Die abscheuliche Sache traf mich im Leben und ich bemühte mich, damit zurechtzukommen. Es war nicht leicht, aber ich dachte die ganze Zeit positiv, ich glaubte, dass es mir eines Tages gelingt. Diese Glaube und der Gedanke, dass meine Mutter weiterhin bei mir ist, halfen mir voranzukommen.

 

MD: Eine von deinen Charaktereigenschaften, die du bei dir schätzt?

KB: Ich bin stur. Das erleichtert das Alltagsleben nicht, oder? Im Berufsleben ist das eine sehr wichtige Eigenschaft, aber nicht unbedingt im privaten Leben, denn es ist oft notwendig, um einen Kompromiss einzugehen, obwohl man das zusammen mit der Lebenserfahrung lernt.

 

MD: Wie oft am Tag trainierst du, du sturer Mensch?

KB: Wenn wir Sommer-Saisonvorbereitung haben, trainieren wir dreimal täglich. Es kommt vor, dass man sich selbst motivieren muss, um früh aufzustehen. Es kommt vor, dass dieser Rhythmus langwierig wird. Aber das ständige Reisen ist das schlimmste.

 

MD: Innerhalb einer Woche verbringst du nur zwei Tage zu Hause.

KB: Das Leben aus dem Koffer ist psychisch sehr ermüdend, besonders wenn jemand ein Problem mit der Fliegerei hat (lächelt).

 

MD:  Und wer ist das?

KB: Wir müssen es vermuten (lacht). Nun, ich spiele Fußball und das ist sicherlich das, was ich immer tun wollte. Und schon heute merke ich, dass, wenn ich wissen werde, dass das Ende nah ist, dann werde ich möglichst viel dieser Reisen erlebt haben wollen.

 

MD: Denkt der 28-jährige Mann über das Ende?

KB: Wenn dieser Moment kommt, werde ich es sicherlich nicht leicht haben. Ich werde eine andere Lebensidee suchen müssen. Jetzt ist es wichtig, dass ich das mache, was ich liebe.

 

MD: Vielleicht bist du deswegen auf unserer Titelseite…

KB: Ich denke die ganze Zeit darüber nach und das ist wohl eher eine Frage an dich, warum ich gewählt wurde (lacht).

 

MD: Wieder diese Bescheidenheit?

KB: Das ist eher Schüchternheit. Nach wie vor passieren die Situationen, in denen man nicht ganz weiß, wie man sich benehmen soll. Beispielweise in letzter Zeit. Eine Frau sprach mich auf der Straße an und hat erklärt, dass sie mich umarmen muss, sonst wird sie das bereuen. Gleich gehe ich weiter und jemand fliegt mir wieder um den Hals.

 

MD: Das ist…

KB: Einerseits ist das schockierend…

 

MD: Egal was für eine Frau das ist?

KB: Egal (lacht). Die Beweggründe sind das Allerwichtigste, weil das auch bedeutet, was für unterschiedliche Gefühle ich auslöse. Diese Frau reagierte gerade auf diese Weise und das war eine tolle Sache für mich. Das war sehr nett.

 

MD: Bist du auch so gutmütig gegenüber den anderen?

KB: Man soll die anderen fragen…

 

MD: Es gibt keine anderen hier, oder?

KB: Es fällt mir schwer, mich selbst zu beurteilen, vor allem, wenn ich über mich selbst gut sprechen soll. Ich könnte voreingenommen sein, also möchte ich das lieber für diejenigen lassen, die mich kennen. Auf jeden Fall bin ich prinzipientreu. Deswegen hängt viel davon ab, ob das jemand ist, den ich schon gut kenne und ob ich weiß, was für ein Mensch er war, als ich noch nicht dort war, wo ich heute bin und als es in meinem Leben wirklich hart war. Ich war ein Kind, als ich meine Mutter verlor, und es gab diejenigen, die dann nicht zuverlässig waren. In der Zeit, als es mir sehr schwer und schlecht war. Jetzt lächeln diese gleichen Menschen beim Anblick von mir und klopfen mir auf die Schulter. Dann ist es bei mir mit dieser Herzlichkeit schwieriger.

 

MD: Keine Verzeihung…

KB: Vielleicht nicht so, aber ich betrachte solche Person als nicht ganz ehrlich. Als jemanden, der nur darauf wartet, dass ich wieder stolpere. Man soll solche Menschen meiden. Und das mache ich.

 

MD: Wann bist du noch so ernsthaft?

KB: Wenn es keine Zeit für Witze gibt? Wenn es eine Arbeit gibt, muss sie auf 100 Prozent durchgeführt werden und man muss dabei maximal konzentriert sein. Und im Privatleben hängt es schon von der Laune ab. Aber du weißt, dass ich gern scherze. Ich mag die ungezwungene Atmosphäre und aus den sog. Schützengräben hinauszugehen.

 

MD: Du hast ein schönes Lächeln – sagt man das oft zu dir?

KB: Selten höre ich das, es hängt von der Tatsache ab, wie oft wir miteinander sprechen. (lacht).

 

MD: Also eine Neuheit: Ich hörte, dass du echt toll tanzt.

KB: Ich hörte das nicht. Das ist nicht so, dass ich nicht tanzen kann, aber wenn ich auf die Tanzfläche gehe, dann schauen mich alle sofort an…und dann habe ich Bedenken, weil ich möchte, dass sie sagen: guck mal, er tanzt toll (lacht).

 

MD:  Die Autorität in deinem Leben?

KB: Man braucht immer jemanden, der den Weg weisen kann, der wissen wird, in welchem Moment er dich stoppen oder noch mehr antreiben soll.

 

MD: Man soll nur hören…

KB: Für mich ist Jurek (Brzęczek, Kubas Onkel und Manager – Red.) solche Person. In letzter Zeit, wenn er mir die Neujahrswünsche aussprach, sagte er über die Motivation, damit sie mir nie fehlt, sonst beginnt man zu sparen. Ich dachte darüber nach, wie oft schon, wenn ich mit Jurek sprach, waren seine Bemerkungen und Gedanken passend. Er wusste immer, was und in welchem Moment mir sagen sollte. Loben oder einen gehörigen Tritt geben, damit man nicht auf der Stelle stehen bleibt, sondern an sich arbeitet. Er versuchte, das Leben und das, was du machst möglichst gut zu genießen.

 

MD: Beyonce antwortet in einem von ihrer Lieder auf die Frage: Weißt du, warum du lebst? Um glücklich zu sein.

KB: Ich habe einen solchen Gedanke: mein Leben ist in meinen Händen. Und ich versuche, es auf diese Weise einzuplanen. Manchmal ist es nur, dass man das Risiko eingehen muss. Entweder verbrennt man sich die Finger, oder man macht die Erfahrung, dass sich dieses Risiko lohnte. Mann fühlt sich glücklich, wenn man glaubt, dass man etwas auf 100 Prozent gemacht hat. Sogar, wenn etwas nicht gelingt, weiß man, dass man sein Bestes gab.

 

MD: Wann warst du glücklich in der letzter Zeit?

KB: Ich fühle mich glücklich, jedoch nicht bis zum Ende … Es ist immer dieser Gedanke in mir, dass ich dieses Glück mit jemanden teilen möchte. Natürlich teile ich es mit meinen Verwandten. Aber ich bin nicht in der Lage, mich damit abzufinden, dass ich diese glücklichen Momente mit meiner Mutter nicht teilen kann. Sie glaubte immer, dass ich und Dawid (Kubas Bruder – Red.) im Leben glücklich sein werden. Sie wollte, dass wir Erfolg haben werden. Und ich kann nicht von den Gedanken loskommen, dass sie heute, wenn sie uns betrachtet, sehr glücklich wäre. Und das ist wohl offensichtlich, dass ein Sohn seiner Mutter möglichst viel Freude bereiten möchte … Ich lernte schon, damit zu leben, aber der Riss in meinem Herz wird für immer bleiben. Ich brauche dazu keine Fotografie, ich muss nicht ständig darüber reden, weil meine Gedanken sowieso die wichtigsten sind.

 

MD: Man kann auf die andere Person nur dann herabsehen, wenn man ihr hilft, aufzustehen.

KB: Sehr schön. Ich sehe die Welt genauso.

 

MD: Falls man den Sinn in der Sinnlosigkeit sucht, dann trösten wir uns, dass wenn etwas vielleicht nicht passiert wäre, was passiert ist, wären wir anders als wir sind.

KB: Oft habe ich darüber nachgedacht, aber das Leben gewann immer. Ich hätte gerne, dass meine Mutter lebte, und ich wäre Kuba, der vielleicht etwas anderes täte.

 

MD:  Wie kommst du mit dem gekränkten Ehrgefühl zurecht? Siehe: Niederlagen

KB: Der Moment, in dem man verliert, ist immer eine Reflexion von dem was man falsch machte. Ich spielte viele Spiele, die sehr gut waren und doch ich verlor ich. Und ich spielte viele Spiele, die schlecht waren, aber ich gewann. Das Glück ist notwendig. Und ganz am Ende ist das Ergebnis, denn es ist ein riesiges Geschäft, in dem man immer um den Sieg spielt. Außerdem ist das auch eine natürliche Eigenschaft unseres Charakters, dass wir es hassen, zu verlieren.

 

MD: Was gefällt dir an anderen Menschen nicht?

KB: Rachsucht und Eifersucht sind schreckliche Charaktereigenschaften.

 

MD: Sind sie dir unbekannt?

KB: Eifersucht? Ich habe nie jemandem um etwas beneidet, ich ging und missbilligte nicht, wenn jemand etwas kaufte oder etwas hatte.

 

MD: In welchen Situationen missbilligst du?

KB: In keinen. Ich versuche, mein eigenes Leben zu haben, das Meinige zu tun und nicht auf andere zu schauen.

 

MD: Die Verrücktheiten?

KB: Bin ich die ganze Zeit so ernst? Glaub mir, ich bin der Kerl, der am Morgen aufsteht und der mit seiner Tochter vor dem Spiegel tanzen kann. Ich bin positiv verrückt. Wirklich.

 

MD: Welche Musik hörst du gern?

KB: Manchmal habe ich Lust, in die Jugendjahre zu schweifen und ich mache alte Abba Hits an. Es hängt von der Laune ab und davon, woran ich mich erinnern möchte und worüber ich denken möchte.

 

MD: Worüber zum Beispiel?

KB: Zum Beispiel will ich zu den alten Liedern zurückkehren, die meine Eltern, meine Mutter hörten.

 

MD: Deine Mutter hörte oft Denis Roussos.

KB: Ja, ich höre ihm manchmal auch. Ich kehre gern zu den Zeiten zurück, wenn ich Voo Voo und Paktofonika hörte. Das sind die Momente, zu denen ich gerne ein paar Schritte zurückmachen würdeund dort bleiben würde, wo man sorgenfrei lebte, keine Probleme, Pflichten hatte und es schien, dass das Leben so üblich wäre.

 

MD: Du hörst auch Eldo – er ist nicht zu heiter.

KB: Tja, manchmal bin ich in solcher Stimmung. Man kann die Vergangenheit nicht aus dem Leben verbannen. Und es ist sehr wichtig, das nicht zu machen. Wenn ich mich nicht daran erinnern würde – wie du am Anfang sagtest – würde ich nicht nach Truskolasy zurückkehren. Andererseits muss ich doch weiter leben mit dem Bewusstsein von allem, was in meinem Leben passierte.

 

MD: Bist du von den Pflichten erdrückt?

KB: Nein.

 

MD: Weil du Geld oder solchen Charakter hast?

KB: Geld macht nicht glücklich, obwohl es im Leben hilft. Ich habe vor allem dieses Glück, dass ich das mache, was ich liebe. Das ist der echte Erfolg für mich.

 

MD: Hast du Tätowierungen?

KB: Nein.

 

MD: Bist du romantisch?

KB: Bedauerlicherweise.

 

MD: Bedauerlicherweise, also?

KB: Ich bin nicht romantisch.

 

MD: Das heißt?

KB: Als meine Ehefrau Abendessen bei Kerzenlicht vorbereitete, sagte ich, dass sie die Kerzen ausmachen soll, weil ich nicht sehe, was ich esse.

 

MD: War das ein Witz?

KB: Nein (lacht). Ich aß das Abendbrot bei üblichem Licht und wir konnten die Kerzen später anzünden.

 

MD: Wie viele kleine Schlösser muss man öffnen um dir bewusst zu werden?

KB: Mir scheint, dass man sie in mir nicht öffnen kann.

 

MD: Hast du ein Kamin zu Hause?

KB: Ja, habe ich. Man kann neben ihm toll fernsehen.

 

MD: Ich darüber gedacht das und ich würde diese Kerzen wahrscheinlich nicht ausmachen.

KB: Nicht?

 

MD: Nicht.

KB: Ich war hungrig (lacht).

 

MD: Du bist in der Zeitschrift, deren Leitgedanke „Die Macht ist eine Frau” ist. Magst du solche Frauen?

KB: Ja, ich mag.

 

MD: Weil?

KB: Weil sie stark sind.

 

MD: Vielleicht machen sie die Kerzen nicht aus.

KB: Dann werde ich ins Nebenzimmer ausgehen (lacht). Aber jetzt ernst: es gibt viele Frauen, die mit den Widrigkeiten des Schicksals exzellent zurechtkommen. Und das ist wahrscheinlich diese Macht von eurem Motto. Solche Lebenssituationen wie z.B. wenn eine Frau allein das Kind erziehen muss. Das ist für mich ein Maßstab, wie stark sie sein kann. Ich bewundere solche Frauen. Ich denke, dass wir Kerle mental nicht so viel ertragen könnten wie sie.

 

MD: Was nervt dich an Frauen?

KB: Hm…das ist auch die Geschmackssache. Eine Frau macht Einkäufe in fünf Minuten, die andere in einer Stunde.

 

MD: Machst du gern Einkäufe?

KB: Nicht besonders. Einmal war das so, dass ich im Restaurant die Zeitung nahm, um etwas in dieser Zeit zu tun. Ich bin nicht geduldig.

 

MD: Geduld lernt man von Kindern.

KB: Das stimmt, es gibt keine besseren Möglichkeiten für die Lehre der Geduld als diese die deine Tochter dir schafft. Das sind die weiteren Erfahrungen, von denen du Reife lernst.

 

MD: Was willst du, dass dein Töchterchen wird?

KB: Ich möchte sie in keinen Rahmen hineinlegen. Sie wird allein wählen. Vor allem möchte ich nicht, dass sie sich bei jemanden dafür entschuldigen müssen wird, was ihr Vater oder ihre Eltern machten. Eins ist sicher: jeder Tag mit ihr ist ein Glück, das nur eine Tochter geben kann. Ich möchte drei Kinder haben. Mal sehen, ob diese Träume sich erfüllen, aber das ist mein Ziel. Jetzt erwarten wir die Geburt des nächsten Kindes…

 

MD: Also drehst du dich nicht mehr nach den Frauen um? (lacht)

KB: Wenn eine schöne, attraktive Frau geht, dann natürlich, das ist ein üblicher Reflex des gesunden Mannes.

 

MD: Attraktive?

KB: Ich schenke dem Hintern oder den Brüsten keine Beachtung, aber generell der Figur. Das Gesicht ist für mich sehr wichtig. Aber eine Festlegung: weil sie schön ist, bedeutet das nicht, dass sie für mich geeignet ist. Meine Ehefrau ist meine Ehefrau, weil sie geeignet ist.

 

MD: Also?

KB: Wie meine Ehefrau.

 

MD: Ein Geheimnis?

KB: Nein. Sie weiß, dass es wegen meines Charakters und wegen meiner Sturheit, manchmal besser ist, sich zurückzuziehen und erst nach einiger Zeit zum Problem zurückkehren statt zu versuchen, es auf der Stelle zu lösen. Das ist auch die Weisheit der Frau, die weiß, dass es sich manchmal lohnt, einen Kompromiss einzugehen. Nur ich selbst gehe nicht so oft wie meine Frau einen Kompromiss ein. Abgesehen von dem Aussehen ist sie vor allem eine sehr gute Mutter und das ist für mich von großer Bedeutung.

 

MD: Glaubst du an die Liebe für ein ganzes Leben?

KB: Ich glaube einfach an die Liebe und wie lange sie dauert… Ich verstehe, dass du Versprechen meinst, die für das ganze Leben abgelegt werden. Ich sah viele solche Sachen und so viele Paare. Es wäre mir lieber, nicht über das Ergebnis zu sprechen, aber das Meinige zu tun. Man weiß nie, was einen im Leben treffen wird. Aber ich fühle mich glücklich und verwirklicht in dieser Hinsicht.

 

MD: Ist das wahr, dass du mit deinem Onkel, alias Jurek, Würfel via Skype spielst?

KB: Manchmal spielen wir bis 1, 2 Uhr in der Nacht. Letztens spielten wir circa 150 Partien und eine dauerte 25 Minuten.

 

MD: Kann man sich via Skype gegenseitig betrügen?

KB: Aber was hat das für einen Zweck?

 

MD: Du verlierst nicht gern…

KB: Das hat nichts zu bedeuten.  Es wäre mir lieber ehrlich zu gewinnen statt unfair, weil es mir keine Freude bereitet. Es gab eine Zeit, in der wir sehr oft spielten, jetzt spielen wir seltener – Jurek hat seine Pflichten, ich auch. Und wir spielen immer um die Pumpen: wer verliert, macht 20 Liegestützen.

 

MD: Auch via Skype?

KB: Nein, wir vertrauen uns völlig. Es gibt so viel Arbeit und hier sind zwei Männer – der Neffe und der Onkel, der erste in Dortmund, der zweite in Tschenstochau – sie sitzen, spielen Würfeln und pumpen. Jawohl.  Bis 1, 2 Uhr nachts.

 

MD: Und was mit „beauty sleep“?

KB: Man muss so schlafen, dass man ausgeschlafen ist.

 

MD: Wie kann man dir die größte Freude machen?

KB: Wichtig für mich sind die zwischenmenschlichen Beziehungen. Wie man mit jemandem spricht, wie man sich mit dieser Person fühlt, ob die Menschen sich respektieren.

 

MD: Wer kann dein Freund sein?

KB: Diejenigen, die mich nie enttäuschten, ohne Rücksicht darauf, was in meinem Leben passierte. Damit so etwas wie Freundschaft entstehen kann, muss das bestimmte gegenseitige Anschauen bestehen. Besonders jetzt, wenn ich merke, dass viele Menschen bei mir sein möchten, um…

 

MD: Um sich in deinem Erfolg zu sonnen?

KB: Genau. Der Freund muss immer bei dir sein. Ich spreche vor allem über diese Menschen, die ich schon vor langer Zeit kennengelernt habe.

 

MD: Und jetzt?

KB: Ich muss die Menschen kennenlernen und ihnen vertrauen.

 

MD: Das Wort „nie“…?

KB: Ich werde es nicht sagen. Das ist ein schwieriges Wort.

 

MD: „Vielleicht“…?

KB: Es gibt so viele Dinge…Vielleicht z.B. gelingt es mir, bis zum 35. Lebensjahr zu spielen.

 

MD: Ist das dein Plan?

KB: Ja, wenn es die Gesundheit zulässt.

 

MD: „Immer“…?

KB: Auch ein schwieriges Wort, aber ich kann sicherlich sagen, dass ich meine Kinder immer lieben werde.

 

MD: „haben“ bedeutet nicht „leben“…

KB: Sehr schöner Satz, ebenso wie diese, dass alle sterben, aber nicht alle wirklich leben.

 

MD: Du sagst: „Ich glaube an Jesus…“

KB: „Glaube“ ist kein leeres Wort. Jeder von uns soll seinen eigenen Weg finden und ich habe meinen Weg gefunden. Ich glaube, dass dort oben meine Mutter ist, die mir hilft, ich glaube an ihr Jenseits und ich höre damit nicht auf. Ich wurde auf diese Weise erzogen. Einige sagen ich glaube, aber sie wissen wirklich nicht was sie sagen. Ich muss nicht jeden Tag in die Kirche gehen, um…

 

MD: Wie viel Junge steckt in dir?

KB: Viel (lacht) und ich hoffe, dass es so bis ans Lebensende sei. Wenn ich nach Hause, nach Truskolasy zurückkehre, dann erwische ich mich, dass ich mich vor allem an alte Zeiten erinnern will, als ich ein Knirps war. Bei uns ging man oft zur Bushaltestelle und sogar jetzt verabreden wir uns oftmals mit den Jungen, um dorthin zu gehen und um sich dort zu erinnern, wie es einmal war. Oder wir stehen auf der Brücke und jemand von uns holt warmes Brot. Wir haben eine Bäckerei in der Nähe – wenn wir aus der Disco zurückkamen, holten wir dieses Brot. Man vergisst solche Dinge nicht.

 

MD: Und was machtest du in den Discos?

KB: Ich war ein Mauerblümchen (lacht). Gestern zum Beispiel wusste ich, dass meine Freunde das Computerspiel „Heroes 3“ spielen. Gerade eben brachte ich meine Tochter ins Bett und ich fuhr zu ihnen für 15 Minuten, um zu sehen, wer gewinnt. In unseren Jugendjahren spielten wir zusammen. Wenn wir uns jetzt treffen oder wenn sie bei mir in Dortmund waren, konnten wir auch bis zum Morgen spielen. Dieses werde ich niemals aufgeben und ich will dafür nicht zu groß sein.

 

MD: „Kuba, du hast dich verändert” – hörtest du das einmal von deinen Freunden?

KB: Nein. Das wäre für mich unangenehm.

 

MD: Dein rotes Auto?

KB: Das ist einfach ein Traum.

 

MD: Du fährst damit nach wie vor….

KB: Aber nicht mehr lange, weil es zu viel Staub aufwirbelt. Weißt du, wie vielen Sachen ich mir unterwegs verweigern musste?

 

 

MD: Zum Beispiel?

 

KB: Zum Beispiel, dass meine Familie und Freunde hier bleiben und ich muss die ganze Zeit dort sein. Ich bin einmal  in einem halben Jahr zu Hause. Wir sind immer auf der Achse. Ich habe keine Zeit, um ins Kino oder auf eine Party zu gehen. Die Zeit ist sehr begrenzt, und wenn sie schon ist, erholt man sich. Also wenn ich nach Polen in den Urlaub fahre, will ich diese Zeit möglichst gut ausnutzen. Meine Frau versteht das total und sie erlaubt mir viel.

 

MD: Liest du sog. brühwarme Neuigkeiten über dich?

KB: Ich lese sie nicht, weil sie gewöhnlich nicht der Wahrheit entsprechen. Man muss doch sowieso auf den Fußballplatz gehen, seine Macht beweisen und mal zeigen, was man kann. Niemand wird für dich spielen: weder ein Journalist, noch jemand, der im Internet schreibt, dass du etwas tun oder nicht tun kannst. Deshalb spielt das was ich über mich lese keine Rolle. Die Bedeutung hat aber jedes nächste Spiel, das ich so gut wie möglich spielen muss

 

MD: Glaubst du an das Schicksal oder komme, was da wolle?

KB: Wenn man auf jemanden stoßen soll, wird das passieren. Wenn irgendetwas geschehen soll, wird es früher oder später passieren.

 

MD: Das ist auch der Charme des Lebens. Habe ich das zu romantisch formuliert?

KB: Nein, gerade eben ist vielleicht dieses Wort OK.

 

MD: Das schönste Wort der Welt ist…?

KB: Vermutlich „ich liebe dich”

 

MD: Ist das nicht romantisch?

KB: Wenn ich das von meiner Tochter oder meiner Frau höre, ist das sehr nett. Brauche ich das? Ja, sicherlich.

 

PS Wir trafen uns ein paar Wochen vor einer schweren Verletzung – Kreuzbandriss – die Kuba sich während des Spiels Borussia Dortmund  – Augsburg (25.01.2014) zuzog. Deshalb noch eine Frage:

Kuba, die Fans erstarrten, als du in der dritten Minute auf dem Rasen hinfielst und die erste Diagnose war: eine halbjährige Verletzungspause.

Schon gehst du ohne Krücken. Heißt das, dass…

 

– Es geht (lacht).

PANI

Małgorzata Domagalik: Als ich dich bezüglich der Titelseite anrief, sagtest du etwas Erstaunliches: „Wenn dich nicht stört, dass ein einfacher Mann aus Truskolasy auf der Titelseite der Zeitschrift „Pani“ ist, dann stimme ich dir völlig zu.” Bist du wirklich so bescheiden?

Kuba Błaszczykowski: Nein, aber ich zeigte mich nie gern  vor der Kamera. Ich möchte, dass die Menschen mich in Erinnerung halten vor allem wegen dessen, was ich auf dem Fußballplatz mache. Aber als ich einen solchen Vorschlag bekam, stimmte ich nach Überlegung zu. Auch deswegen, weil ich Vertrauen zur Chefredakteurin habe (lacht).

 

MD: Und obwohl wir uns schon ein bisschen kennen, zog ich in Erwägung, dass du „nein” sagen könntest.

KB: Die Vertrauenssache war entscheidend. Außerdem ist es toll, wenn jemand schon etwas über dich und das, was du tust, weiß. Wenn er ein Mensch- und Fußballkenner ist. Beispielsweise wie der Mann an der Pforte, der vor einer Weile sagte Płaszczykowski kam an (lacht).

 

MD: Vielleicht hast du ihn missverstanden?

KB:  Nein, aber ich nahm das mit einem Lächeln auf den Lippen. Manchmal lohnt es sich, über sich selbst zu lachen.

 

MD: Viele von uns schließen die Tür hinter sich. Vorbei ist vorbei. So kann man sich auf Distanz zu sich selbst und zu allem herum halten. Aber mit wachsender Erkenntnis wächst auch die Zahl der Probleme. Wir wollen einfach die Vergangenheit vergessen. Und du fährst nach Truskolasy, hin und zurück.

KB: Ich kann nicht anders.

 

MD: Wie würdest du Truskolasy beschreiben?

KB: Vor allem gibt es dort eine große Kirche. Man fährt auf den Hügel hinauf, das Zentrum ist unten und dann wieder bergauf.

 

 

MD: Fast wie San Francisco…

KB: Am wichtigsten ist für mich, dass ich mich gerade dort mit meiner Familie und den Freunden treffen kann, in unserem eigenen Kreis sitze und mich von psychischer Belastung erhole.

 

MD: Wenn ihr so sitzt, dann fragen deine Freunde, was es Neues bei dir gibt oder hörst du nur, was sie über sich sagen?

KB: Das Thema des Fußballs steht weit im Hintergrund. Vor allem sprechen wir miteinander und wir erinnern uns an die gute, alte Zeit. Ich mag eine solche Stimmung. Man nimmt das von zu Hause mit. Die Oma erzog uns auf diese Weise und ich will alles tun, damit meine Kinder das pflegen können, was am wichtigsten in der Familie ist – Bedürfnis nach Vertrautheit. Wenn wir in Truskolasy zusammentreffen, haben wir ein paar solche Tage nur für uns.

 

 

MD: Und wird dich die Welt nicht entführen?

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