Jakub Blaszczykowski ist aufgeblüht
Es gab Zeiten, da galt „Kuba“ in Dortmund vor allem bei Journalisten als verschlossen und schwierig. …
Es gab Zeiten, da galt „Kuba“ in Dortmund vor allem bei Journalisten als verschlossen und schwierig. Der Pole stapfte mit grimmiger Miene durch die Mixed Zone, redete – wenn überhaupt – nur widerwillig und ließ nur selten ein Lächeln aufblitzen. Der Verweis von Mitspielern, intern sei der Flügelflitzer ein lustiger Geselle, erntete ein Schulterzucken. „Kuba“ und lustig – diese Kombination lag angesichts der Außenwirkung des polnischen Nationalspielers nicht unbedingt nahe.
Heute sind Auftritte wie dieser eher die Regel als die Ausnahme. Mit dem Leistungsaufschwung, der aus dem Bankdrücker und Götze-Vertreter Blaszczykowski den torgefährlichen Stammspieler Blaszczykowski (vier Tore, zehn Vorlagen) machte, änderte sich auch sein Auftreten in der Öffentlichkeit. „Kuba“ wurde lockerer, zugänglicher, offener. Aus der polnischen Raupe, die am liebsten ihre Ruhe haben wollte, ist ein Schmetterling geworden, der Auftritte auf und abseits des Rasens nutzt, um sich von seiner besten Seite zu zeigen.
„Kuba ist ein sehr guter Kapitän, weil er für uns kämpft und den Einsatz vorlebt“, meint Piszczek, sein Kumpel aus gemeinsamen Tagen bei der polnischen Junioren-Auswahl. „Er ist nicht nur ein lustiger Typ, sondern kann auch sehr ernst sein. Er wird uns bei der EM gut tun.“
Das Leistungshoch des 26-Jährigen kam genau zur richtigen Zeit. In Dortmund brauchte man nach der Verletzung von Mario Götze eine neue Kraft auf der rechten Seite. Und in Polen brauchte man einen starken Kapitän, um die Hoffnungen, die ein ganzes Land in das Turnier setzt, zu schultern.
„Die EM ist sehr wichtig für unser Land. Es lastet ein großer Druck auf uns. Das Viertelfinale ist das Ziel“, sagt Blaszczykowski, der gemeinsam mit seinen BVB-Kollegen das Sieger-Gen aus Dortmund mit in die Heimat bringen soll. Dass ihn dieser Druck nicht stresst, sondern eher beflügelt, unterstreichen lockere Sprüche wie diese: „Wenn ich darf, die ganze Mannschaft“, meinte „Kuba“ auf die Frage, was er denn gern vom BVB mit zum Nationalteam nehmen würde.










